Prolog

ROOMS TO LET // PROLOG

documentary cinema / exhibition view
documentary cinema / exhibition view
chamber: chamber of desperation/ Mareike Poehling / 2017
Thinking of Kraisinski / drawing and intervention / Andrea von Lüdinghausen / 2017

"Die Ausstellung bewegt sich, nicht ohne leise Ironie, am Rande ihres eigenen Abgrundes."
Konzepttext ROOMS TO LET / Prologue

ROOMS TO LET PROLOGUE fand 2017 in der Galerie vom Zufall und vom Glück statt. Die Künstlerinnen entwickelten ein ortsspezifisches Ausstellungskonzept.

Mareike Poehling und Andrea von Lüdinghausen lernen sich 2014 kennen, teilen bald ein Studio und entdecken elementare inhaltliche und biografische Gemeinsamkeiten.
Beide beschäftigen sich intensiv mit Ländern Zentral-asiens in Theorie und reisender Praxis. Sie betreiben, die eine 1992, die andere fünfzehn Jahre später, fotografische Recherchen, deren Ergebnisse eine seltsam parallele Formensprache zeigen. Beide recherchierten auch unabhängig voneinander ähnliche Themen wie absurde Architekturen, Räume für Tote, Überlandstraßen, museale Räume, Zeichensprache des Öffentlichen Raumes.

Lüdinghausen und Poehling legen ihre Fragestellungen für ROOMS TO LET Prologue auf dieser Basis fest: Fragen zu Ausstellungsformen und Produktionsbedingungen künstlerischer Arbeit sowie nach dem Verhältnis von Fundstück zu destillierter Skulptur.

ROOMS TO LET PROLOGUE arbeitet direkt mit dem Ausstellungsraum als Material. Für die Realisierung der Ausstellung leben die Künstlerinnen drei Wochen lang in der Galerie und arbeiten mit den Räumen und den darin eingeschriebenen Bewegungsmustern der BesucherInnen. Sie verschließen Wege und Treppen und erschließen Hinterräume wie Putzkammer und Stuhllager. Teppiche werden vertikal aufgehängt und lassen ein neues

Raumsystem entstehen, architektonische Teile wie Wände, Latten, Markisen und Ytong-Steine werden hinzugefügt. Das Material wird vor Ort gefunden oder kommt aus dem Atelierfundus.

In diesen bearbeiteten, transformierten Raum weben die Künstlerinnen ihre eigenen Geschichten in Form von skulpturalen Elementen, Zeichnungen, bewegter und unbewegter Fotografie hinein.

Die Arbeiten mischen sich zuweilen, es gibt Gemeinschaftsproduktionen, andere tragen die deutliche Handschrift einer der beiden Künstlerinnen.

ROOMS TO LET eignet sich die Räume an, transformiert vorhandenes Material und fügt neues hinzu. Danach wird der Raum den BesucherInnen wieder zur Verfügung gestellt.

Diese Produktionsform entspricht direkt den inhaltlichen Fragestellungen der Künstlerinnen. Hier liegt der Ausgangspunkt für ROOMS TO LET als Ausstellungsreihe und Arbeitsmethode. Das Atelier in seiner herkömmlichen Form wird in Frage gestellt, ein ständiges Mieten von Raum für Kunstproduktion obsolet.

 

ROOMS TO LET / exhibition view
chamber: room for aims against decisions / mixed media installation / Andrea von Lüdinghausen /2017
chamber: room for aims against decisions / detail
colours changing / mixed media installation / Mareike Poehling / 2017
colours changing / details
ROOMS TO LET/ exhibition view
double bind / series of photographs / Mareike Poehling / 2017 conditioner / detail / sculpture / Andrea von Lüdinghausen / 2017
Body Scan / single channel video installation with sound / loop: 2 min / Andrea von Lüdinghausen / 2017